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Abteilung KJP

Die Schulabteilung KJP befindet sich auf dem Gelände des LVR-Klinikums Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Bergische Landstraße 2 (Geb. 28).


Unterricht

Das Team der Alfred-Adler-Schule, Abt. KJP, besteht zurzeit aus zehn Lehrerinnen und Lehrern, die durch intensive Förderung und Beobachtung im Unterricht und in gemeinsamer Arbeit mit den Stationen schulische Perspektiven mit Schülerinnen und Schülern entwickelt.
Im Rahmen der Schulpflicht werden die Schüler im Schulgebäude oder auf den Stationen unterrichtet. Eine gute Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten ist wichtig. Dazu gehört es, dass die Erziehungsberechtigten die letzten Zeugnisse des Kindes mitbringen und die Klassenlehrer über den Schulbesuch an der bisherigen Schule und die dortigen Erfahrungen informieren.

Die Lehrer nehmen im Einverständnis mit den Eltern Kontakt zur Stammschule (Schule, die das Kind/der Jugendliche bisher besucht hat) auf. In enger Zusammenarbeit mit dieser wird die schulische Laufbahn des Schülers weitergeführt, werden neue positive Wege aufgezeigt und beratende Begleitung angeboten. Das Mitbringen von Unterrichtmaterialien aus der Stammschule (Bücher, Arbeitsblätter) unterstützt die unterrichtliche Arbeit und erleichtert das Anknüpfen an den geforderten Leistungsstand.

In der Abteilung KJP unterrichten Lehrerinnen und Lehrer mit den Ausbildungen Lehramt für Grund- und Hauptschule, Sondererziehung und Rehabilitation (Förderschule) sowie Lehramt für die Sekundarstufe.
Es bestehen fünf Lerngruppen und täglicher Stationsunterricht. Die Zuordnung zu den Lerngruppen erfolgt nach Stationszugehörigkeit sowie aufgrund pädagogischer Entscheidungen.


  • Lerngruppe I:   Schüler von Haus 22, Kindertagesklinik
  • Lerngruppe II:  Schüler von Haus 23, Station B
  • Lerngruppe III: Schüler von Haus 23, Station E
  • Lerngruppe IV: Schüler von Haus 23, Station A
  • Lerngruppe V:  Schüler von Haus 22, Tagesklinik und dem Wulf-Alexander-Strauer-Haus

Außerdem werden berufsschulpflichtige Schüler der Forensik unterrichtet.


Unterrichtszeiten:

8.10 Uhr - 9.40 Uhr
9.40 Uhr - 10.10 Uhr Pause
10.10 Uhr - 13.10 Uhr


Durch Gesprächstermine und Therapieangebote sind Abweichungen möglich.

Die Lehrer schaffen Lernsituationen, die das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl kranker Kinder und Jugendlicher unter Anerkennung individueller Leistungsmöglichkeiten und -grenzen stärken und ihnen Raum geben, ihre Handlungsmöglichkeiten auszuschöpfen und zu erweitern. Im Unterricht mit kranken Kindern und Jugendlichen ist auch immer das Thema Krankheit gegenwärtig ist. Die Lehrer sehen sich daher nicht als reine Wissensvermittler. Psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche brauchen Bezugspersonen, die belastende Gefühle aushalten, verstehen und ihnen emotional nahe sein können, ohne das notwendige Maß an Distanz zu verlieren.
Der Lehrstoff richtet sich im Rahmen der Möglichkeiten nach den Richtlinien der entsprechenden Schulformen und Klassenstufen der einzelnen Schüler.  Die Lehrer beurteilen Schülerleistungen, stellen u.U. Zeugnisse aus und vergeben Abschlüsse, wenn entsprechende Vorraussetzungen gegeben sind.
Vorrangig unterrichten die Klassenlehrer die Kernfächer Mathematik, Deutsch und Englisch. Außerdem haben Sport und kreative Fächer und Projekte einen hohen Stellenwert.

 

 

Der intensive Austausch mit den Teams der Klinik und der Stammschule ermöglicht es, die Schüler meist gut in ihre ursprüngliche Lerngruppe zurückzuführen. Bei nötigem Schullaufbahnwechsel begleiten wir die Schüler sowie deren Erziehungsberechtigte auch in der schulischen Neuorientierung.


Aufnahme der Schüler

Die Patienten werden schnellstmöglich bei uns in der Schule angemeldet. Die Mitarbeiter der Station vereinbaren zunächst mit uns ein Vorstellungsgespräch, an dem der Schüler, ein Lehrer, sowie ein Mitarbeiter der Station teilnehmen. Der Schüler berichtet in diesem Gespräch selbst über Probleme und über mögliche schulische Perspektiven. Anschließend entscheidet der Lehrer, in welcher Gruppe der Schüler am Unterricht teilnehmen kann. Grundlage der Entscheidung sind die Jahrgangsstufe, der Leistungsaspekt, soziale Gründe sowie die Belastbarkeit, die u. a. auch davon abhängt, wie stark der Schüler durch seine Krankheit bzw. durch Medikamente eingeschränkt ist. In diesem Zusammenhang wird evtl. auch über den Unterrichtsort - Schulgebäude oder Station - entschieden.
Die Schülerzahl in der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie der Alfred-Adler-Schule schwankt ständig, in den Spitzen liegt sie bei ca. 40 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahre (selten älter). Als Herkunftsschulen sind alle Schulformen möglich.
Die Verweildauer der Aufenthalte ist ebenfalls unterschiedlich, von mehreren Wochen bis mehreren Monaten, selten auch länger. Auch die Aufenthaltsgründe sind vielfältig, vorwiegend handelt es sich um Psychosen, (Zwangs-) Neurosen, (Schul-) Phobien, Schulschwierigkeiten, Depressionen, Suizidalität, Borderlinesyndrom, Hyperaktivität, Essstörungen, Anfallsleiden, extreme Verhaltensauffälligkeiten, Autoaggressionen, Aggressivität, familiäre Probleme und Erziehungsschwierigkeiten.


Unterrichtsorganisation

Die Lehrer unterrichten die Schüler in vier Lerngruppen. Entscheidungskriterien für die Zuweisung in die einzelnen Lerngruppen sind: Alter, Klasse, Schulform, Schulleistungsstand, soziale Reife, Beziehungen zu Mitschülern, Leistungsfähigkeit (z.B. Einschränkungen durch Medikamente) und die Größe der bestehenden Gruppen. Die Gruppenzugehörigkeit ist nicht starr, denn aufgrund der hohen Fluktuation von Schülern kann es immer wieder zu Gruppenteilungen - bzw. -zusammenlegungen kommen. Auch persönliche Veränderungen bei Schülern können zu einem Gruppenwechsel für die Betreffenden führen.

Stark verhaltensauffällige Schüler erhalten in Ausnahmefällen Einzelunterricht.

Des Weiteren findet für alle Schüler, die noch nicht in der Lage sind unsere Schule zu besuchen, Stationsunterricht statt. Dieser kann als Einzelunterricht oder als Gruppenunterricht durchgeführt werden.


Pädagogische Aufgaben

Der Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie stellt für die Kinder und Jugendlichen häufig eine fundamentale Lebensumbruchphase (z.B. Trennung vom Elternhaus) dar. Sie ist verbunden mit einer Neuorientierung in ihrem Leben und damit häufig auch im Bereich Schule. Schule hat dabei eine besondere Bedeutung: Sowohl vor als auch nach dem Aufenthalt besuchen die Schüler eine Schule, so dass diese als Kontinuum oder Normalitätsprinzip verstanden werden kann.


Schulleistungen

Die intensive Therapie verstärkt die Auseinandersetzung mit sich selbst, so dass viele stark mit sich selbst beschäftigt, in sich zurückgezogen und extrem leicht verletzbar sind.
Eine verbreitete Auffassung zu diesem Thema lautet: Die Kinder und Jugendliche haben so große Probleme zu bewältigen, dass man sie nicht auch noch mit der Bewältigung von Unterrichtsinhalten belasten sollte. Dies trifft sicher auf manche Patienten und Patientinnen - vor allem zu Beginn der Behandlung - vorübergehend zu, ist jedoch die Ausnahme. Diese werden von ihren Ärzten für eine begrenzte Zeit vom Unterricht befreit. In der Schule sollen die Patienten ein Stück „reale Welt" erleben und wieder auf das Leben außerhalb der Klinik vorbereitet werden. Sie sollen auch mit sachbezogenen Anforderungen konfrontiert werden, um ihre Leistungsfähigkeit zu erproben, zu reflektieren und ggf. wieder aufzubauen. Die Auseinandersetzung mit Lerninhalten kann vorübergehend wohltuend von persönlichen Problemen ablenken. Das hilft manchmal die notwendige Distanz zum Selbst herzustellen. Schulische Ziele können eine gute Motivation sein, alte Verhaltensweisen in Frage zu stellen und zu verändern, d.h. sich ernsthafter auf die Therapie einzulassen. Schulleistungserfolge sind in kleinen Schritten schnell zu erreichen und gut sichtbar, was insgesamt ermutigen und zur Arbeit anspornen kann.


Unterrichtsinhalte und Ziele

Da sich alle Schüler in einer psychischen Ausnahmesituation befinden und während ihres Klinikaufenthaltes - bedingt durch die therapeutische Arbeit- viele Veränderungen erleben, soll die schulische Situation durch möglichst gleich bleibende Strukturen Sicherheit und Stabilität bieten. Deshalb werden die Kernfächer in erster Linie nach dem Klassenlehrerprinzip unterrichtet. Viele Schüler haben einen erhöhten Förderbedarf im Bereich des Lern- und Arbeitsverhaltens sowie des emotional-sozialen Verhaltens. Auch die fachlichen Lernziele sind am individuellen Förderbedarf ausgerichtet und berücksichtigen weitgehend die Anforderungen der Stammschule. Der Unterricht findet in Gruppen statt, die trotz großer Heterogenität, wo es möglich ist, auch an gemeinsamen Inhalten arbeiten. So können die Schüler sich in Situationen erleben, die häufig in der Stammschule zu Schwierigkeiten geführt haben: Konkurrenz, Gruppendruck, Leistungsdruck, Kooperation mit Gleichaltrigen, Vergleich und Bewertung von Leistung.


Kooperation mit der Klinik

Eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik bzw. den Stationen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen. Die wöchentlichen Teamgespräche sowie der tägliche telefonische Austausch vor dem Unterricht und auch Schul- oder Krisengespräche bei Bedarf sind ein wesentlicher Teil unserer Arbeit.

Formen der Kooperation sind:


  • Vorstellungsgespräch: Ein Mitarbeiter der Station stellt dem aufnehmenden Lehrer/in den neuen Schüler vor.
  • Schulgespräche: Diese können bei Bedarf von Schülern, Eltern, Lehrern, Stationsmitarbeitern, Lehrern der Stammschulen oder anderen mit dem Schüler befassten Institutionen veranlasst werden. Mögliche Themen sind Schulperspektiven, Sonderabsprachen für den Schulbesuch (z. B. verkürzter Unterricht), Verhalten in der Schule, schulische Ziele etc.
  • Klinik - Schule - Teams: Dabei werden gegenseitig Informationen ausgetauscht, Absprachen getroffen und Ziele vereinbart.
  • tägliche Telefonate: Diese finden vor Unterrichtsbeginn und nach Bedarf mit allen Stationen zum Austausch von aktuellen Informationen statt.

Projekte

Erlebnispädagogik mit und ohne Pferd: Speziell ausgebildete Sonderschullehrer unterweisen die Schüler im Umgang mit Pferden. Dabei wird auf deren Pflege und den Reitunterricht genauso viel Wert gelegt wie auf das Naturerleben.

Einmal pro Woche findet wenn organisatorisch möglich Schwimmunterricht für die Unter- und Mittelstufe statt.


Schule und Kultur: Die Schüler erstellten mit Hilfe von Düsseldorfer Künstlern und den Lehrern der Schule ein Mosaik neben der Eingangstür der Schule, verschönerten den Flur des Schulgebäudes mit Tonmasken und stellten selbstgedruckte Bücher her.

Im Rahmen einer Projektwoche zur Verschönerung der Schule entstand ein zweites Mosaik in den Schulräumen.


Fotos zu den verschiedenen Aktivitäten finden Sie in der Fotogalerie.


Schülerbetriebspraktika

Bei Bedarf werden individuelle Praktikumsplätze für Schüler ab vierzehn Jahren für einen abgestimmten Zeitraum vereinbart. Diese Praktika sind für viele unserer Schüler sehr wichtig, weil sie der Realitätsfindung und Stabilisierung dienen.


LVR-Klinikum Düsseldorf - Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Abteilung für Kinder-, Jugendpsychiatrie - Psychotherapie und Psychosomatik